“Gemeinsam in Trauer”

Meine letzte Woche im Amt – und sie wurde überschattet durch den schrecklichen Flugzeugabsturz in den Alpen. Natürlich haben wir auch im Auswärtigen Amt davon mitbekommen… Innerhalb kurzer Zeit hat das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes einen Krisenstab eingerichtet, um die Einzelheiten der Katastrophe in Erfahrung zu bringen und zu helfen.
Auch ich wollte irgendwie helfen – und habe angeboten, die Kollegen bei der eingerichteten Krisenhotline zu unterstützen. So habe ich von 21.00 Uhr bis nach Mitternacht im Krisenreaktionszentrum am Telefon gesessen… Ein kurzes Breefing, keine wie sonst übliche stundenlange Vorbereitung für Krisengespräche – dafür blieb keine Zeit… 10.000 Anrufe hatten wir an einem Tag, viele Mitarbeiter des AA haben sich freiwillig gemeldet, um zu helfen… Was ich dort erlebt habe, ist kaum in Worte zu fassen…
Auf jeden Fall eine Erfahrung, die mich in vielerlei hinsicht sensibilisiert hat. Und mir gleichzeitig einen Einblick in die Arbeit des Krisenreaktionszentrums gegeben hat, die innerhalb von kurzer Zeit einen effektiven Krisenstab organisiert haben.

Meine Gedanken sind – nach dieser Erfahrung umso mehr – bei den Familienangehörigen, Freunden, Verwandten und Bekannten der Opfer… Es ist schrecklich und unfassbar…

Berlin am Wochenende

Am Samstag lag ich leider mit einer Erkältung flach, die ich während der Arbeitszeit zumindest so einigermaßen unterdrücken konnte (oder ausgehalten habe). Am Sonntag habe ich mich dann aber bei strahlend blauem Himmel aufgemacht, noch ein bisschen was von Berlin zu sehen. Schließlich ist es mein letztes Wochenende…
So war ich auf der Kuppel des französischen Doms am Gendarmenmarkt (übrigens führt mich mein Weg zur Arbeit jeden Morgen über den wunderschönen Gendarmenmarkt und am Dom vorbei), im Berliner Dom (unfassbar sehenswert) und in der alten Nationalgallerie. Außerdem bin ich einfach gefühlt stundenlang an der Spree entlang und durch die Stadt geschlendert. Berlin kann wirklich wunderschön sein, wenn man die richtigen Ecken kennt.

Vor mir liegen nun nur noch fünf Arbeitstage, am liebsten würde ich noch einige Wochen länger hier bleiben… Langweilig wird es in meiner letzten Woche sicher nicht: Am Mittwoch bin ich im Bundesverteidigungsministerium zu Besuch, am Donnerstag und Freitag steht hoher Besuch von der VN aus New York an, für den ich verantwortlich sein werde. Gerade arbeite ich an Gesprächsmappen und Gesprächsführungsvorschlägen für die Staatssekretäre und die Abteilungsleiterin.

Landesvertretung NRW

Heute wurde ich, zusammen mit ein paar anderen Hospitanten, sehr nett bei der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens empfangen. Nach einem Vortrag gab es dann noch eine Führung durchs Haus und ein Gruppenfoto :-). Die Landesvertretung liegt mitten im Botschafter-Viertel Berlins, übrigens eine sehr nette Ecke.

Woche 7

Es fehlen leider immer noch einige Berichte: Zum Beispiel der über meinen Besuch beim Bundeskanzleramt, über meine Arbeit hier im AA und die Gespräche mit Mitarbeitern, über das Leben in Berlin. Leider sind meine Tage mit Arbeiten, Sport, Netzwerken und Berlin erkunden so gefüllt, dass ich momentan gar nicht zum Berichten komme. Wird aber alles nachgeholt – spätestens in zwei Wochen, wenn ich wieder in Bielefeld bin, und ein paar Tage Luft habe.

Mir gefällt es hier nach wie vor richtig gut, ehrlich gesagt noch viel besser als am ersten Tag. Ich freue mich ehrlich jeden Tag auf die Arbeit, bleibe abends gerne länger und bin sehr traurig wenn ich daran denke, dass ich nur noch sieben Arbeitstage habe. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass es mir im Auswärtigen Amt SO gut gefällt. Und irgendwie habe ich auch das Gefühl, ich passe hier ganz gut rein.