Akademie in Tegel

Ich komme gar nicht hinterher mit dem Berichten, es ist so viel passiert, was hier noch als Bericht fehlt. Ich fang jetzt einfach mal an, alles irgendwie abzuarbeiten, der Rest folgt dann hoffentlich am Wochenende.

Heute war ich mit einem Mitarbeiter meines Referats in Tegel. Dort befindet sich die Akademie des Auswärtiges Amtes, quasi der Ausbildungsort der jungen sogenannten Attachés, die das Auswahlverfahren des AA überstanden haben und ihre 14-monatige Ausbildung beginnen, bevor sie “offiziell” im AA arbeiten dürfen. Während der Ausbildung und Vorbereitung werden sie in der Akademie in Tegel nicht nur unterrichtet, sondern können dort auch wohnen. Für den derzeitigen Attaché-Jahrgang findet dort momentan ein dreitägiges Seminar statt und Teil davon war mein Referat, welches einen Vortrag und eine Gesprächsrunde zum Thema Peacekeeping abgehalten hat. Da ich das ganze ein bisschen mit vorbereitet habe, durfte ich auch bei dem Seminar in Tegel teilnehmen.
Das war die perfekte Möglichkeit, mir nicht nur das wunderschöne Akademie-Gelände anzusehen sondern auch mit der derzeitigen “Crew”, wie sie genannt wird, ins Gespräch zu kommen.

Wochenende

Auch mein Wochenende war recht voll gepackt:

Am Freitagabend habe ich eine Freundin aus Mannheim durch das Auswärtige Amt geführt; etwas skurril war die Situation ja schon, denn vor ein paar Monaten oder Jahren hätte ich niemals gedacht, dass ich mal jemanden durch das Auswärtige Amt in Berlin führe.
Samstag stand Ausschlafen, Aufräumen und Sport auf dem Programm, abends war ich für ein paar Cocktails mit einem Kollegen unterwegs.
Sonntag war ich mit einer Freundin zuerst im Bundestag unterwegs; hier haben wir uns durch das Reichstagsgebäude führen lassen und konnten dabei unter anderem in den großen Plenarsaal als auch in die große Kuppel. Am Abend war ich Zuschauer bei Günther Jauch, war mir sehr gut gefallen hat.
Und nun liegt wieder eine spannende Arbeitswoche vor mir :-).

G4-Konferenz

Am Donnerstag und Freitag fand im Auswärtigen Amt eine G4-Konferenz statt, die von meinem Referat organisiert wurde. Dadurch durfte ich nicht nur bei der Organisation und Durchführung der Veranstaltung helfen, sondern auch selber als ‘Zuschauer’ teilnehmen. Neben den Meetings in beeindruckender Kulisse konnte ich so zum Beispiel am Empfang mit dem Staatsekretär teilnehmen oder an der Stadtrundfahrt, die wir den Teilnehmern als Rahmenprogramm angeboten hatten. Außerdem bestand meine Aufgabe darin, die Teilnehmer vom Hotel abzuholen, im Amt herumzuführen und bei den stattfindenden Meetings Protokoll zu schreiben.
Ich hatte dabei auch die Möglichkeit, mich mit den Botschaftern und VN-Vertretern persönlich zu unterhalten – wann bekommt man so eine Möglichkeit schon mal? Meine Visitenkartensammlung hat sich nach der zweitägigen Veranstaltung deutlich vergrößert; unter Diplomaten scheint es üblich zu sein, nach der Begrüßung Visitenkarten auszutauschen. Ich habe ja nun noch keine eigene Visitenkarte, aber dafür jetzt zum Beispiel die des Botschafters aus Tonga oder eines Beraters der VN aus New York.

Siehe dazu: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/Presse/Meldungen/2015/150227_Sicherheitsratsreform_UN.html

Meine Arbeit

Es ist eigentlich echt schade, dass ich hier nicht einfach frei heraus detailliert über meine Arbeit schreiben darf, gerade weil ich so unfassbar spannende Dinge machen darf, die ich gerne mit jedem teilen würde.
Zugegeben habe ich ja am Anfang gedacht, meine Arbeit als Praktikantin im Auswärtigen Amt besteht aus Unterlagen lesen, Kopieren und mal ein Dokument bearbeiten, welches danach im Papierkorb verschwindet – aber so ist es wirklich gar nicht. Ich darf hier richtig viele Aufgaben übernehmen und Verantwortung tragen, kriege einen sehr guten Einblick in die Arbeit der VN-Abteilung, helfe bei vielen spannenden Veranstaltungen und bekommen von sehr netten Kollegen das Gefühl, dass meine Arbeit wirklich gebraucht wird. Und wenn man dann sieht, dass die selbst erstellten Gesprächsmappen und Stellungnahmen wirklich so gebraucht und weitergeleitet werden, dann ist das schon ein tolles Gefühl. Oder wenn man an hochrangig besetzten Gesprächsrunden teilnehmen darf. Oder ausländische Botschafter kennenlernt und ihre Visitenkarten in die Hand gedrückt bekommt. Oder dem Staatssekretär Steinlein auf einem Empfang die Hand schüttelt.

Ich finde wirklich, mich hätte es nicht besser treffen können. Ich habe mit Abstand den besten Arbeitsplatz und bin völlig glücklich und zufrieden.